Mein Dampfmodellhobby
Lokomotiven, Dampfmaschinen und andere Modelle

Mechanikel Traveller II ( LOK )

Mechanikel Traveller II, ( auch Dampfpferd genannt )

 


In der Zeitung Journal Dampf & Heißluft 2/2017 war ein Bericht von Christian Schwarzer
über die Lokomotive Mechanikel Traveller I., auch Dampfpferd genannt.

Dieser Bericht hat mich animiert, mich mit diesem Modell auseinander zu setzen.
Also habe im Internet gesucht, jedoch sehr wenig Angaben gefunden.


Unter anderem diese Skize und in  Youtube diesen Link. 
www.youtube.com/watch?v=HJgKldFbXSw
Allerdings hat der Adrian Stuff die "Mechanikel Traveller II" gebaut.Nach diesem Video habe ich meine CAD-Konstruktion aufgebaut und auch das Modell gebaut.


Ein Bericht sagte, die Spurweite wäre 3 Fuß und 6 Zoll( 1067mm ) Diese Angabe habe ich auf dem Maßstab 1:11.3, wie alle meine Lokomotiven gebaut sind, umgerechnet und dazu den Kessel entworfen. Später fand ich dann den nachstehenden Bericht.


Ein Bericht aus Wikipedia:
Das Dampfpferd wurde 1813 von der Butterley Company in Derbyshire von William Brunton (1777–1851) gebaut. Er war auch als Mechanical Traveller bekannt und hatte ein Paar mechanischer Beine mit Füßen, die die Schienen am Heck der Lokomotive umklammerten, um sie mit etwa drei Meilen pro Stunde vorwärts zu schieben.

Nur wenige glaubten, dass Stahlräder auf glatten Stahlschienen genügend Haftung bieten würden, bis Robert Stephenson und William Hedley 1813 das Gegenteil bewiesen und selbst erstere als 1 zu 100 (1 %) als der absolute Höchstgehalt betrachteten. Folglich wurden solche dampfbetriebenen Systeme, wie es sie gab, mit umständlichen Kabeln oder mit Hilfe einer teuren Zahnstange betrieben.

Dies lässt Bruntons Idee vernünftiger erscheinen, wenn man bedenkt, dass die Butterley Company mit einem Gefälle von 1 zu 50 zwischen ihrem Kalksteinbruch in Crich und dem Cromford Canal am Amber Wharf konfrontiert war, etwa 2,01 km entfernt. Brunton meldete für die Lokomotive ein Patent Nr. 3700 vom 22. Mai 1813 an. Die Butterley-Lokomotive kostete insgesamt 240 Pfund.
Die historischen Aufzeichnungen sind spärlich, aber es scheint, dass das Dampfpferd für eine unbekannte Zeit erfolgreich betrieben wurde. So sehr, dass ein weiteres, größeres mit einem 9-Fuß-Kessel anstelle der ursprünglichen 5-Fuß-Kessel für die Newbottle-Zeche in der Grafschaft Durham gebaut worden zu sein scheint. Diese Lokomotive kostete 540 Pfund und hatte möglicherweise zwei Zylinder. In den Jahren 1814 und 1815 beförderte sie Lasten mit einer Steigung von 1 zu 36 mit 3 Meilen pro Stunde        (4,8 km/h), aber die Zechenbesitzer waren damit nicht zufrieden.           Am 31. Juli 1815 explodierte während einer Demonstration der neue schmiedeeiserne Kessel, wobei dreizehn Zuschauer getötet und mehrere weitere verletzt wurden. Der Grund war, dass die Sicherheitsventile zu fest verschraubt waren und somit nicht funktionierten. Die Idee wurde danach nicht weiter verfolgt. Dieser Vorfall war das erste dokumentierte Eisenbahnunglück.

Die Angabensind also sehr wiedersprüchlich. Bei einem 9 Fuß ( 2743mm ) kann die Spur nicht 1067mm gewesen sein. meine Konstruktion ergab schließlich einen Maßstab von ca. 1:26.
Der Adrian Stuff hatte sein Modell elektrisch betrieben, ich wollte mein Modell aber weigstens mit Luft betreiben, wenn schon nicht mit Dampf wie alle meine Lokomotiven.

Der Bau des Modelles:

Angefangen habe ich wie immer mit der 3D-Konstruktion und den Zeichnungen.
Die Zeichnung besteht aus 23 Blättern A4 und A3 und wie immer ist jedes Bauteil gezeichnet.

Die erste Baugruppe war der Zylinderaufbau.


Zuerst etwas über die Technik dieser sonderbaren Lokomotive.
Die beiden Zylinder schieben das Gestänge im Wechsel um 40mm nach hinten.
Ein Zylinder fährt heraus, der andere gleichzeitig ein. Um diese Gleichlauf zu erreichen, sind oben die Zahnstangen und das Zahnrad aufgebaut. Die Zahnstangen werden von den hinteren Gestängen angetrieben. 


Die Zylinder haben einen Durchmesser von 12mm und 40mm Hub, mit einer  Flachschieberumsteuerung. Das Umschalten der Schieber erfolgte über die seitlichen Gestänge und Hebel.


Der Kessel ist aus 1mm Kupferblech gerollt und hart zusammengelötet.
Da die Kessel in dieser Zeil in der Regel aus Guseisernen Platten zusammen genietet waren, habe ich einen Nietenmantel darum gebaut.
In dieses Kesselrohr ist dann die ganze Zylindereinheit eingeschoben und verschraubt worden.
Der Rahmen ist aus 10x10mm Messingstangen zusammengelötet, die Räder wie immer bei mir aus GG-Ringen gedreht und die Speichen hart eingelötet.

Nun fingen die Funktionstest an.
Die Maschine lief ganz gut, aber leider viel zu schnell.
Das Orginal erreichte ja nur eine Geschwindigkeit von ca. 4.8 km/h.
Umgerechnet auf mein Modell im Maßstab 1:26 mit 40mm Hub wären das
ca. 8 Hübe/min.
Durch reduzieren des Luftdruckes lief die Maschine zwar langsamer, hatte aber keine Kraft mehr.
Die Maschine blieb immer wieder unkontroliert stehen, was auf die langsame Schieberumsteuerung zurückzuführen war. Auch ein Schwungrad auf der Zahnradachse führte nicht zum Erfolg.
Meine Dampfkolegen gaben mir dann den Rat, die Abluft aus den Zylinder zu reduieren und eine Schnappumsteuerung der Schieber einzubauen, was mir bei diesem kleinen Modell aber nicht gelungen ist.
So habe ich mich entschlossen, dieses Modell doch auf Elektroantrieb umzubauen,


und ein zweites Modell im Maßstab 1:11 zu bauen,
das wird die "Mechanikel Traveller I"
Diese Modelle sind nur für Ausstellungen gedacht und werden auf einem ca. 2m langen Gleis fahren.
Da die Lokomotive nur vorwärts fahren kann wird an jedem Ende eine Drehscheibe vorgesehen, um die Lokomotive wenden zu können.
Der ganze Ablauf, Fahren, Anhalten, Wenden und zurückfahren soll elektronisch gesteuert werden.

 

Lokomotive auf dem Gleis: youtu.be/QhsHBbUXOgg

Link zur Zeichnung
www.dampfhalu.de/Mechanikel-Traveller-II.htm