Mein Dampfmodellhobby
Lokomotiven, Dampfmaschinen und andere Modelle

London-Steam Carriage

Nachdem ich fünf Lokomotiven gebaut habe, wollte ich mich einmal mit etwas anderem beschäftigen.                                                               
ich habe mich für das London-Steam Carriage entschieden, da es in meine Zeit der Lokomotiven, 1800-1850 passt.

1797 baute Trevithick sein erstes Dampfwagenmodell. Der Kessel wurde mit Hilfe eines glühenden Eisenstabes geheitzt, welcher anstelle der echten Feuerung in das Flammrohr gesteckt wurde. Das Fahrzeug konnte den Dampfdruck aber nur über kurze zeit halten, so dass es von geringem praktischen Nutzen war.

1801 stellte er eine seiner kleinen Dampfmaschinen auf Räder. Diese Straßenlokomotive, bekannt als "Puffing Devil" beförderte Passagiere mit einer Geschwindigkeit von 8 km/h auch über Steigungen.

1803 baute Richard Trevithick sein zweites selbstfahrendes Fahrzeug, den London Steam Carriage, das im Prinzip eine mit einer Dampfmaschine angetriebene Postkutsche war. Es erregte große Aufmerksamkeit, war aber im betrieb wesentlich teurer als eine Pferdekutsche und konnte sich deshalb nicht durchsetzen.





 
Wie bei allen meinen Modellen fing ich mit der  3D-Konstruktion und Zeichnungsableitung an. Leider sind im Internet nicht sehr viele Angaben zu finden. Unter anderem eine Angabe über das Laufrad, es war ca. 2200mm groß und diverse Bilder einer Replik, welche in London vorhanden gebaut wurde.
So hatte ich eine gute Maßeinheit, um meine Modellgröße zu errechnen.
Den Maßstab habe ich auf 1:11 festgelegt, damit der Wagen in der Größe zu meinen Lokomotiven passt.
Das Modell wird über alles gemessen, ca. 460mm lang, 310mm hoch und 200mm breit.






Angefangen habe ich mit den Rädern.
Das Vorderrad ist komplett aus Messing hart gelötet, auf welches dann einen Stahllaufring 8x1mm weich aufgelötet ist.




Die Laufräder sind wie im Original aus Holz gebaut. Auch diese erhielten einen Laufring 8x1mm und eine Lagerbuchse aus Messing.
Die Speichen stehen mit einer Neigung von 6° nach innen und sind mit Stützblechen gegen die Nabe vernietet.


Der Rahmen ist aus 6x6mm Messingstangen hart gelötet.
Vorne ist die Kreuzkopfführung aus Stahl zu sehen. Auch die Laufradachse ist bereits verschraubt.



Die Laufräder sind mit den Zahnrädern, Modul 2,5 verschraubt und montiert.
Der Wagen kann in zwei Geschwindigkeiten gefahren werden.
Rechts ist die Übersetzung 1:4,3 links 1:1,8 und kann mit einem Kupplungsschieber verstellt werden.






Hier ist die Zahnradkupplung in der 3D-Konstruktion zu sehen.
Der grüne Kuppelkörper ist mit Nutsteinen auf der Kurbelachse geführt,
die Antriebsräder laufen auf der Achse frei. So könnte auch während der Fahrt umgeschaltet werden. Ob es wirklich so gemacht wurde, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.



Um den Wagen mal in seiner fertigen Größe zu sehen, habe ich als nächstes die Kabine angefertigt. In dieser konnten bis zu 8 Personen Platz nehmen.
Bei mir werden dort später der Gas- und Wasserbehälter sowie die Steuertechnik ihren Platz finden.
Da alle Flächen schräg zueinander stehen, habe ich mir aus hartem Styropor einen Formklotz gebaut und auf diesem die ganze Kabine aus ABS-Platten mit Sekundenkleber aufgebaut. Diese Platten sind 2mm stark.



Die ganze Kabine hängt auf einem Federgestell.

Nun geht es mit dem Kessel weiter.
Da der Kessel wohl das wichtigste Bauteil des ganzen Wagens ist,
möchte ich ihn auch etwas ausführlicher darstellen.
Als erstes eine Übersicht des Kessels mit seinen 13 Anbauteilen.
Er sieht schon wie ein kleines Kraftwerk aus.

Der Kesselmantel ist ein Rohrstück Ø70x80mm lang, 2mm dick.
Als erstes habe ich den Kesselflansch aus 4mm Kupfer angefertigt, alle Nieten eingezogen und den Feuertürflansch aufgebaut.


Danach ist in dem Deckel die Feuerbüchse gelötet worden.
Zuerst den vorderen Flansch und die Siederohre, danach die beiden Rohrkrümmer. (alles mit gleichem Lot)


Als nächstes sind der Flansch und die seitlichen Kesselauflagen an das Rohr gelötet worden.



Die nächste Lötung war schon etwas komplizierter. Alle Teile sind mit Gewichten fixiert. Alles mit dem großen Brenner vorgeheizt und mit eine 2mm Düse Stellenweise auf Löttemperatur gebracht.

Durch die Gewichte, zb. auf den Kesselauflagen oder auf dem Dampfdom, verhindere ich ein Lösen dieser Teile beim Aufheizen.




Für die Schornsteinverschraubung sind 4 Gewindebutzen, aussen M5 innen M2 eingelötet.



Der Kessel ist von 4 Seiten nacheinander fertig gelötet.

Der Dampfwagen ist inzwischen ein ganzes Stück weitergekommen.
Zuerst, was aus der Kesselzeichnung geworden ist.




Das Original hatte wahrscheinlich einen Drehschieber, das war mir aber zu fummelig.
Ich habe also einen Rundschieber eingebaut.


unten ist der Brenner zu sehen


Die Speisewassrpumpe wird vom Kreuzkopf bewegt.
Das zweite Rohr in der Druckleitung geht zum Bypassventil



Der Kessel hängt im Grundrahmen.
Auf dem Wassereinfüllstutzen ist im Moment ein Steckanschluss für den Pneumatik-Betrieb montiert.
Der Bericht wird fortgesetzt.